Kleine Schatztruhe: Angekommen im Land der Träume

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Endlich, seit 800 km radele ich nun durch Patagonien. Das Wetter war bislang ziemlich launisch: viel Regen, einiges an Wind, aber auch eine tolle Sonne, die dann gleich das eigene Wohlbe- und Wärmeempfinden so in die Höhe treibt, dass man am liebsten gleich zwei Schichten ausziehen möchte. Aber meist dauert es keine 10 Minuten bis eine neue Wolken- oder Regenfront einen wieder die Schichten anziehen lässt. Auch die Landschaft im Norden bot alles, was man sich nur wünschen kann: Fjorde, Seen, Wiesen, Gletscher, Berge und Regenwald.

 

Heute war es dann endlich soweit.

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Wanderung im Nationalreservat Cerro Castillo

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Die Sonne ist gerade aufgegangen als ich aufwache. Als ich aus dem Zelt krieche, sehe ich, wie die Sonne das Gebirgsmassiv des Cerro Castillos anstrahlt. Am Fuße des Gebirges mit seinem Gletscher, soll es eine türkisblaue Gletscherlagune geben. Nur allein diesen Gletscher aus der Nähe zu sehen, ist Ansporn genug sich auf den Weg zu machen. Aber wahrscheinlich hat man von dort oben nochmal einen besseren Überblick über das Tal des Río Ibáñez, als gestern schon vom Pass aus. Nach einem kurzen Frühstück und der sicheren Verstauung unserer Sachen am Campingplatz, machen wir uns zu dritt auf den Weg.

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Kleine Schatztruhe: ein ganz besonderer Tag

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Am frühen Morgen des 25.12. packe ich meine Sachen zusammen und begebe mich auf den 2. Abschnitt der Carretera Austral. Das wird mein erster 1. Weihnachtsfeiertag ohne obligatorischen Weihnachtsgänsebraten werden. Und statt dem sonst normalen Völlegefühl freue ich mich auf die sportliche Betätigung.

 

Völlig überladen mache ich mich auf den Weg. Hatte ich doch am 23.12. noch im Supermarkt groß eingekauft. Obst und Gemüse satt! Da ich unvermutet und spontan zum Weihachtsessen Heiligabend eingeladen wurde, habe ich also noch etliche Zusatzkilos in der Tasche. U.a. 1kg Tomaten, 2 kg Orangen, plus diverse Paprika, Kartoffeln, Brokkoli, Äpfel, Birnen und Kuchen. Aber gut erholt durch 2 Tage Pause, macht mir das nicht so viel aus. Auch die erste Steigung ist rasch überwunden. Im Kopf habe ich noch den Spruch aus dem Hostel, in dem ich in Coyhaique übernachtet habe: Derjenige, der durch Patagonien eilt, verliert seine Zeit. Also fahre ich gemächlich in meinem Tempo. Nicht viel Verkehr ist auf der Strasse unterwegs.

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Nass, nasser, Patagonien!

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2500 mm Niederschlag im Jahr, etwa das 3,4-fache von Hamburg oder das 4,4-fache von Berlin. Damit gehört diese Region zu den feuchtesten Gebieten der Erde. Zumindest dieser Abschnitt Patagoniens auf chilenischer Seite. Lange habe ich diesem Moment entgegengefiebert – endlich die legendäre Carretera Austral zu befahren. War sie lange nur Schotterpiste, wurde etwa ein Drittel der Strecke in den letzten Jahren von Norden her immer weiter aphaltiert. Das tut der phänomenalen Landschaft mit endlosen Fjorden und kristallklaren Seen allerdings keinen Abbruch. Auch der triefend nasse pazifische Regenwald wird durchquert – ein Erlebnis der ganz besonderen Art, vor allem auf dem Fahrrad und mit dem Zelt! Weiterlesen

Die Seeregion von Argentinien und Chile

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Das ist ja hier fast wie da’hoam. Oder zumindest wie in der Schweiz. Glasklare, saubere Seen. Begrünte Bergtäler, umgeben mit teils schneebedeckten Vulkanen oder Bergen. Gut geteerte Strassen, oft sogar mit separaten Fahrradweg oder aber zumindest mit extra Seitenstreifen. Kühe mit um den Hals gehängten Kuhglocken. Schokolade. Gepflegte, saubere Vorgärten mit Rosen. Aus den Schornsteinen der Holzhäuschen steigen Rauchfahnen empor. Kommt da Sehnsucht auf? Oder gar Heimweh? Nee, nicht wirklich. Dennoch fühlt es sich wie ein Stück Heimat in der Fremde an… Weiterlesen

Kleine Schatztruhe: Lago Nahuel Huapi

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Genau dieses Bild, dieser Aussichtspunkt war für mich im Kopf der Inbegriff meines Traumes. Als das alles noch in weiter Ferne lag. Ich noch keine konkrete Idee zur Verwirklichung und Umsetzung einer Reise durch Südamerika in die Realität hatte.

Diese Aussicht auf den Lago Nahuel Huapi mit dem berühmten Hotel Llao Llao hatte ich vor vielen Jahren mal in einem Buch über Patagonien gesehen. Und seitdem liess es mich nicht mehr los, nährte meine Sehnsucht und tauchte immer wieder vor meinem inneren Auge auf. Umso schöner war es, genau an diesem Punkt in Natur zu stehen. Zumal es genauso war, wie auf dem Foto. Nicht übercoloriert. Nicht retuschiert. Es entsprach genau dem Bild in meinem Kopf!

Tanzend durch die Wüste

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Es ist fast 3 Uhr morgens als ich endlich ins Bett falle. In 2.5 Stunden muss ich wieder aufstehen. Dann geht’s weiter. Durch die Atacama-Wüste. Danach wieder über die Anden nach Argentinien. Kurz vor dem Einschlafen gehen mir noch die diversen Fragen durch den Kopf:

Wie ist das eigentlich mit dem Fahrrad durch die trockenste Wüste der Erde zu fahren? Diese Frage hatte ich mir schon zu Hause gestellt und mich deshalb dazu entschlossen, eben nicht längs durch die Atacama-Wüste zu fahren. Sondern eben lieber durch die danebenliegenden Berge. Diese sind zwar auch nicht gerade wasserreich, aber immerhin gibt es alle 100 km (etwa) eine kleine Ansiedlung oder ein paar Häuser, wo man den Wasservorrat aufstocken könnte.

 

Auch hatte mich ja nun die Lagunenroute belehrt, nicht zu leichtsinnig mit zu knappen Wasservorrat loszufahren. Vor noch einer guten Woche hatte ich mir innerlich geschworen nie wieder mit dem Fahrrad durch eine Wüste zu fahren. Und überhaupt, wieso konnte ich mir nicht einfach für diesen Teilabschnitt eine Mitfahrgelegenheit in einem Pick-up suchen? Oder fuhren hier Busse? Ich glaube nicht. Die geplante Strecke ist eher wenig von Autofahrern befahren. Mein Radreiseführer spricht sogar davon, dass „diese Verkehrsverbindung […] in der Bedeutungslosigkeit [verschwindet]“. Und auch zum anvisierten Pass steht lediglich ein kurzer Satz: „Wenn schon der Paso Jama recht schwer ist, dann ist der Paso Sico heute eher etwas für Abenteurer!“

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